Auch das Herz kann mal stolpern

Das Herz ist ein faustgroßer, muskulöser Hohlkörper, der normalerweise 60 bis 80 mal pro Minute regelmäßig schlägt. Doch gibt es verschiedene Ursachen, die das Herz aus dem Rhythmus bringen können. Die sogenannten Herzrhythmusstörungen werden medizinisch in drei Hauptformen unterteilt. Bei den sogenannten Extrasystolen werden zusätzliche Schläge ausgeführt; der Patient nimmt dies als Stolpern oder Stottern des Herzens wahr. Eine Bradykardie ist durch einen verlangsamten Herzschlag gekennzeichnet, das Herz pumpt weniger als 50 mal pro Minute. Zu schnell schlägt das Herz bei einer Tachykardie, nämlich mehr als 100 mal pro Minute.

Die Ursachen können vielfältig sein. Genussmittel wie Kaffee, Tee, Alkohol und Nikotin können das Herz aus dem Takt bringen, ebenso Kalium- oder Magnesiummangel, verschiedene Medikamente oder Stress. Auslöser können aber auch angeborene Fehlbildungen, Herzmuskelentzündungen, Schilddrüsenerkrankungen, koronare Herzkrankheiten und Herzklappenfehler sein.

Extrasystolen können bei jedem Menschen auftreten. Ob es sich um harmlose Rhythmusstörungen handelt oder etwa um die Folgen eines überstandenen Herzinfarktes, kann nur der Arzt zuverlässig feststellen. Ein chronisch verlangsamter Herzschlag, wie er bei der Bradykardie auftritt, wird häufig durch den Einsatz eines Herzschrittmachers behoben. Anzeichen der Bradykardie sind Schwäche, Schwindel, Sehstörungen und Ohnmachtsanfälle. Diese Symptome werden durch die mangelhafte Versorgung des Körpers mit Blut und Sauerstoff hervorgerufen.

Herzrasen kann sowohl harmlos als auch  lebensgefährlich sein. Eine häufige Art der Tachykardie ist das Vorhofflimmern, das zum Schlaganfall führen kann. Hierbei funktioniert das Zusammenziehen des Vorhofmuskels nicht richtig. Noch gefährlicher ist das Herzkammerflimmern, das oft auf einen Herzinfarkt folgt und in 60 bis 70 Prozent aller plötzlichen Herztode die Ursache ist. Weil das Herz nicht mit Blut versorgt werden kann, erleidet der Patient in kürzester Zeit eine Unterversorgung des Gehirns und der Organe mit Sauerstoff, wodurch er bewusstlos wird. Ihm kann dann nur noch ein Defibrillator mit gezielten Stromstößen helfen.

Prinzipiell stehen als Medikamente Betablocker, Kalziumantagonisten, Herzglykoside und spezielle Antiarrhythmika zur Verfügung.

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