Leinsamen – das sanfte Abführmittel

Leinsamen ist der Samen des Lein oder Flachs, der seit der Steinzeit von Menschen kultiviert wird. Verwendet wird er als Nahrung und als Lieferant von Öl und Pflanzenfasern, aus denen Leinstoffe hergestellt werden. Auch in der Naturheilkunde hat der Leinsamen eine Bedeutung, denn durch seine Ballaststoffe und die Schleimstoffe, die auf der äußeren Samenschale haften, wirkt er abführend. Das im Samen enthaltene Öl unterstützt zusätzlich die abführende Wirkung. Leinsamen kann bei Verstopfung eingenommen werden und ist chemischen Abführmitteln, bei denen das Risiko eines Gewöhnungseffektes besteht, vorzuziehen. Allerdings dauert es eine Weile, bis sich die anregende Wirkung  des Leinsamens zeigt. Eingenommen werden sollte bis zu dreimal täglich ein Esslöffel voll mit einem Glas Wasser. Kinder zwischen sechs und zwölf Jahren erhalten die Hälfte.

Im Dickdarm quellen die Samen stark auf und erhöhen ihr Volumen bis um das achtfache. Der so gedehnte Darm wird zur Bewegung angeregt. Eine wichtige Bedeutung kommt dabei dem Schleim zu, der den Darm gleitfähiger macht und so den Transport seines Inhalts erleichtert. Wenn Leinsamen eingenommen wird, muss deshalb viel dazu getrunken werden, damit ein Verklumpen im Darm verhindert wird – es könnte sonst zu einem Darmverschluss kommen. Leinsamen sollte ferner nicht mit Milch verzehrt werden und nicht vorquellen, damit er seine volle Wirkung entfalten kann.

Leinsamen wirkt übrigens auch bei Durchfall. In diesem Fall werden Flüssigkeit und von Bakterien produzierte Giftstoffe im Darm durch den Schleim gebunden und der Darminhalt verfestigt. Leinsamen wird in der Naturmedizin noch bei verschiedenen anderen Leiden eingesetzt, beispielsweise bei Blasenentzündungen, Krampfhusten, Lungenleiden, Entzündungen im Mund, Heiserkeit und Magenproblemen.

Leinsamen erhalten Sie in der Apotheke, auf Wunsch auch frisch geschrotet. So schmeckt er vorzüglich im Müsli oder Joghurt. Allerdings ist zu bedenken, dass geschroteter Leinsamen dem Körper auch verstärkt das fette Leinöl zur Verfügung stellt und dadurch sehr kalorienreich ist. Bei Übergewicht sollte also besser auf ungequetschten Leinsamen zurückgegriffen werden. Dieser ist auch wesentlich haltbarer als der zerkleinerte, der innerhalb von kurzer Zeit ranzig wird.

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